Nach der ersten Kontaktaufnahme war klar, dass ich Ende Oktober die Wohngruppe Silberdistel im Lager in Werthenstein besuchen werde. Um ein Kennenlernen mit meinem Schützling zu ermöglichen, wurde ich vorgängig zu einem Nachtessen in die Wohngruppe eingeladen. Nebst dem feinen Essen half ich der mir anvertrauten und sehr liebenswerten Bewohnerin beim Zähneputzen und Pyjama-Anziehen. Natürlich durfte auch die Gute-Nacht-Geschichte nicht fehlen. Mir wurde bewusst, dass der Tschoopäwächsel kein einfacher Spaziergang werden würde.

Mit gemischten Gefühlen, aber vor allem auch mit grosser Vorfreude, fuhr ich am 27. Oktober nach Werthenstein. Ich freute mich die Bewohner und Betreuer der Wohngruppe wiederzusehen. Beim Ferienhof Farneren, wurde ich von den Lagerteilnehmenden wärmstens empfangen. Nach dem Brunch, frisch gestärkt für das Tagesprogramm, ging es zuerst an die frische Luft. Unser Spaziergang führte vorbei an grossen, prächtigen Kürbissen und die Hügel rauf und runter. Ich musste feststellen, dass das Schieben – und auch das Bremsen - eines Rollstuhls gar nicht so einfach ist.

Highlight des Tages war sicherlich das Traktorfahren. Mit viel Elan und Ausdauer wurden die Bewohner vom Besitzer des Bauernhofes in der Gegend herumchauffiert. Ob hinten sitzend, liegend oder gar vorne auf dem Führerstand, die Feriengäste genossen diese Fahrten in vollen Zügen.

Nach dem Abendessen, welches von Anna und Paul mit Liebe zubereitet wurde, setzte die allgemeine Müdigkeit ein. Noch eine letzte Pflege bevor es ins Bett ging und dann wurde ich noch von allen mit dem Lied «Zoogä am Boogä» verabschiedet. Mein persönliches Highlight.

Tief beeindruckt, was die Betreuer/innen täglich leisten, machte ich mich auf den Heimweg ins Urnerland. Herzlichen Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Mein Tschoopäwächsel – eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.