Getreu dem Motto «Tschoopäwächsel» standen wir schon am Freitagabend vor der ersten Herausforderung. Doch die Wetterprognosen nochmals kurz studiert und schon ist das richtige Tschööpli für unseren zweitägigen Einsatz beim Verein «Urner Wanderwege» gewählt.

 «Auf was haben wir uns da nur eingelassen?» hat sich am Samstagmorgen wohl jeder von uns vier gefragt. Die leichten Zweifel waren nach dem herzlichen Empfang durch Beat Zgraggen, dem technischen Leiter der «Urner Wanderwege», aber schnell verflogen. Voller Vorfreude starteten wir unseren «Tschoopäwächsel» im VW-Bus Richtung Andermatt.

 Wir alle wandern gern. Gehen immer wieder mal über Stock und Stein. Doch: Schon bei der ersten Aufgabe wurde uns bewusst, wie viel Aufwand hinter dem simplen «Wandern» steckt. Rund um den Moorlehrpfad zogen wir mit vereinten Kräften die hölzernen Haagpfähle aus dem schmatzenden, schneebedeckten Moorboden und transportieren diese keuchend und schwitzend zum Schützenhaus. Leider stand es um unsere Arm- und Rumpfmuskulatur nicht allzu gut und so zogen wir ziemlich schnell unsere erste Kleiderschicht aus – vom befürchteten Frieren bei den kalten Temperaturen war keine Spur mehr.

Weiter ging’s Richtung Urnerloch und Schöllenen, um eiserne Haagpfosten und Drahtseile für den bevorstehenden Winter zu demontieren. Was einem einzigen Helfer mindestens einen Tag Arbeit gibt, schafften wir Hand in Hand innerhalb einer Stunde und genossen dazu noch ein paar Ausblicke auf die imposante Umgebung.

Wieder frisch und munter standen wir am zweiten Tag bibbernd auf der Gotthard-Passstrasse. Doch der erste Helfer-Tag hat uns gelehrt: Wir frieren bestimmt nicht lange. Und so war es dann auch. Mit roten Backen entfernten wir die Drehkreuze des Wanderwegs, lösten Zwingen und demontieren Wanderweg-Schilder, hoben Wegweiser aus den Vorrichtungen und deponierten alles witterungsgeschützt. Anstatt eines Kugelschreibers ein Engländer in der Hand – daran könnte man sich gewöhnen. Nach einem kurzen Arbeits-Stopp auf der Göscheneralp ging’s zurück ins Lager nach Altdorf. Schade, schon vorbei!

Die zwei Tage haben uns auf eindrückliche Weise gezeigt, wie viel hinter dem hervorragend ausgebauten Wanderwegnetz in der Schweiz steckt. Wir haben die Auszeit an der frischen Luft und das handwerkliche Schrauben genossen und eines ist garantiert: Von jetzt an Wandern wir bewusster und honorieren die grossartigen Leistungen der vielen freiwilligen Wanderweg-Helfer. Wir kommen wieder!