Nein, mit „Tischlein deck dich“ ist nicht das Märchen gemeint. Es handelt sich um eine schweizerische Hilfsorganisation, die Lebensmittel vor unsinniger Vernichtung rettet und an Bedürftige verteilt. Bezüger sind Einzelpersonen und Familien, welche ein knappes Haushaltsbudget haben. Die Sozialfachstelle prüft die Gesuche und verteilt Bezugskarten. In Altdorf gibt es seit 2010 eine Abgabestelle, welche von Edy Trüb ehrenamtlich geleitet wird. Dabei werden Lebensmittel von Grossverteilern, örtlichen Geschäften wie Bäckereien oder privaten Spendern entgegengenommen. Die Produkte werden einer strengen Kontrolle (Haltbarkeit, Zustand, etc.) unterzogen und anschliessend nach diesen Kriterien zur Verteilung eingeteilt. Die Bezüger, können gegen Bezahlung des symbolischen Betrags von CHF 1 Lebensmittel für sich und ihrer Familie beziehen. In Altdorf wurden an 51 Abgabetagen 29‘053 Kg Ware verteilt. Davon sind allein über 6 Tonnen Brot. Im Kanton Uri gibt es 50 Bezugskartenhalter, welche alle zusammen 2'113 Mal für insgesamt 8‘750 Personen Essen beziehen. Mit 23 Helfern wurden über 1‘840 Stunden freiwillige Arbeit geleistet.

„Tischlein deck dich“ interessiert mich sehr, weshalb ich mit dem Projekt Tschoopäwächsel mir dies genauer angesehen habe und bei sechs Einsätzen mitgeholfen habe. Als ich zum ersten Einsatz antrat, standen bereits verschiedene Kisten mit Brot zum Verteilen bereit. Kurze Zeit später traf ein Lieferwagen mit weiteren nichtverkauften Lebensmitteln von Grossverteilern ein. Unglaublich, was da alles zum Vorschein kam: Berge an Schokolade, Fleisch, Gemüse und noch vieles mehr. Die Lebensmittel wurden an 50 Bezüger verteilt. Mich hat es sehr überrascht, dass so viele in Uri unter dem Existenzminimum leben. Trotzdem war die Stimmung positiv und alle waren zufrieden und glücklich mit dem Erhaltenen. Bei meinen weiteren Einsätzen nach den Festtagen war ich erstaunt, wie viele Luxuslebensmittel übrig blieben und verteilt wurden. Es gab Lebensmittel im Überfluss, quasi ein zweites Mal Weihnachten. Leider ist das aber nicht immer so. Bei meinem letzten Einsatz gab es eher zu wenig Ware. Trotzdem waren Anerkennung und Dank gross.

Die Arbeit beim Tischlein deck dich war sehr lehrreich für mich und ich schätze nun noch viel mehr was ich selber zur Verfügung habe.