90 Jahre ist es her, seit sich die letzte Lawine von der Eifrutt in Richtung Alp Waldnacht oberhalb vom Brüsti ihren Weg bahnte. Anfang Mai 2015 wiederholte sich dieses Ereignis: Eine 10 Meter hohe und 30 bis 40 Meter breite Geröll-Lawine donnerte ins Tal und verschüttete das Land der Alp Waldnacht.

Die Alp Waldnacht ist bekannt für ihren feinen Alpkäse, vor allem wegen der vielen guten Alpkräuter, die hoch über Attinghausen wachsen. Für mich ein guter Grund, meinen Tschoopäwächsel auf dieser Alp zu absolvieren und dem Älpler bei der Reinigung seines Weidlands unter die Arme zu greifen.

So machte ich mich am 20. und 21. August 2015 auf zu meinem Einsatz. Es waren herrlich sonnige Tage, nicht allzu heiss, einfach ideal. Aber oje: Den ganzen Tag Steine aufladen und zusammenrechen forderten meine ganzen Kräfte. Die eine oder andere Kaffeepause kam mir deshalb ganz gelegen. Hinsetzen, Arme ausschütteln und Energie tanken für die nächste Stein-Beigerei. Am Abend fiel ich todmüde ins Bett.  

Nach einer erholsamen Nacht auf der Alp begann mein zweiter Tag mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Ich träume noch heute von dieser wunderbaren Stimmung – einfach unvergesslich. Den zweiten Tag nahmen wir, Gott sei Dank, etwas gemütlicher. Kühe ausstallen, Stall putzen und sonstige Arbeiten, die auf der Alp anfallen, galt es zu erledigen.

Nach zwei intensiven Arbeitstagen ging ich müde aber zufrieden nach Hause. Die gemachten Erfahrungen behalte ich in guter Erinnerung und werde noch oft an diese zwei Tage zurückdenken.