Die Entscheidung, was ich bei meinem Tschoopäwächsel machen werde, fiel mir leicht. Mit der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) verbinden mich persönliche Kontakte mit Bewohnern und Mitarbeitenden. Daher stellte ich mich gerne zwei Tage als Begleitperson zur Verfügung. Unser Treffpunkt war am 9. Juni 2016 auf dem Parkplatz des Wohnhaus Bristen, von wo es anschliessend mit einem Bus nach Zürich in den Zoo ging. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten und ihre Behinderungen erfordern eine individuelle Betreuung. Meine Aufgabe bestand darin, Sarah Tresch bei der Betreuung von Michael aktiv zu unterstützen.

Nach der Ankunft und einer Stärkung mit Kaffee und Gipfeli haben wir unsere Erkundungstour im Zoo in Angriff genommen. Gleich zu Beginn begrüsste uns auf einer Brücke ein imposanter Pfau. Danach folgte die Suche nach dem Affenhaus. Nach etwas holprigem Aufstieg fanden wir einen geeigneten Eingang, der rollstuhlgängig war. Nicht schlecht staunten wir, als wir hinter einem Baumstamm ein stark behaartes Kraftpaket erblickten. Nach der Durchquerung des tropischen Regenwaldes im Masoala-Park durften wir ein feines Mittagessen einnehmen. Nach dem Espresso machten wir uns auf den Weg durch die afrikanische Savanne zu den Elefanten.

Neben den wertvollen Begegnungen und interessanten Gesprächen nehme ich viele Eindrücke und Erkenntnisse mit. Menschen mit einer Behinderung sind zufrieden und glücklich. Es braucht wenig, um ihnen ein Lächeln hervorzulocken. Es ist wichtig, dass wir im Umgang mit behinderten Menschen keine Berührungsängste haben. Natürlichkeit, Aufmerksamkeit und Augenkontakt erleichtern den persönlichen Zugang und fördern das gegenseitige Vertrauen. Für betroffene Eltern bedeutet ein behindertes Kind oft viele Entbehrungen und Einschränkungen im Alltag. Daher ziehe ich meinen Hut und habe grossen Respekt für die Bewältigung der täglichen Herausforderungen.

Ein dickes Kompliment möchte ich dem gesamten SBU-Team aussprechen. Die Betreuung ist sehr kompetent und in anspruchsvollen Situationen, wie bei einem epileptischen Anfall, wurde Ruhe bewahrt und perfekt gehandelt. Für mich war es ein toller Einblick und ich freue mich bereits auf meinen zweiten Einsatz im Oktober.