Mein „Tschoopäwächsel“ fand auf der Alp Urnerboden statt, mit der ich mich seit meiner Kindheit sehr verbunden fühle und im Sommer viel Zeit verbringe. Für mich ist der Urnerboden meine zweite Heimat, ein Ort zum Erholen, trotz der Arbeit.

Die Arbeiten waren mir natürlich sofort vertraut und so gab es keine grosse Kaffeepause nach der Begrüssung, sondern wir starteten direkt mit der Arbeit. Ich half beim Melken, Misten, Kühe holen, kochte jeweils und schaute in der Hütte zum Rechten.

Leider war es den grössten Teil meines Aufenthalts regnerisch. Aber dadurch liess ich mich nicht beirren. Trotz des Wetters verrichteten wir unsere Arbeiten drinnen und draussen. Ich stellte einmal mehr fest, ob Regen oder Sonne, das Älplerleben ist einfach traumhaft schön.

Wir richteten unsere Arbeiten nach den Tieren, für die es keinen Stress gab. Das Leben ist zwar einfach und arbeitsintensiv, lässt aber genügend Zeit für Spässchen. Und an einen solch vielseitigen Älpler-Alltag gewöhnt man sich ganz schnell. Am letzten Tag zügelten wir noch in eine andere Hütte. Dabei galt es, nichts zu vergessen, damit auch das Leben in der neuen Hütte wieder reibungslos funktionierte.

Wir waren ein gutes Team, die Zusammenarbeit funktionierte bestens. Ich habe den Luxus nicht vermisst und fühlte mich ringsum wohl. Schweren Herzens packte ich nach dieser Woche meinen Rucksack und machte mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Heimweg.

Von früh morgens bis spät abends zu arbeiten, dabei in der Natur und in den Bergen zu sein, die Arbeiten selbständig einzuteilen und am Abend das Ergebnis der geleisteten Arbeit zu sehen, ist wunderbar. Es wird einem wieder bewusst, dass man nicht immer Erfolg und Geld zum glücklich sein braucht.