Am 9. Juni 2016 begleitete ich die Stiftung Behindertenbetrieb Uri (SBU), genauer das Tagesatelier «Wärchläübä» auf einen Ausflug auf die Rigi. Klingt im ersten Moment nach Bahnfahren, Herumschauen und Wandern. Ich war gespannt, wie es sein würde und was mich erwartet.

Das Wetter war schlecht. Regen und auf dem Gipfel dicker Nebel. Das feine «Z'Mittag» hat uns aber wieder viel Energie gegeben und die passende Schwyzerörgeli-Unterhaltung liess uns das unangenehme Wetter vergessen.  Immerhin bei der Fahrt nach Unten lockerte sich der Nebel etwas und es wurde der Blick auf den Vierwaldstättersee frei. Es wurde geschaut, aber nicht frohlockt. Dann viel mir auf, dass man vorher auch kein Klagen übers schlechte Wetter gehört hat. Jedenfalls nicht von den SBU Mitarbeitenden, eher von mir. Es schien mehr darum zu gehen etwas Schönes zu unternehmen und zusammen zu sein, als die Aussicht zu bestaunen.  Ich durfte eine Mitarbeiterin begleiten, welche sich sehr über meine Begleitung freute.

Für mich war es speziell als eingebundene Begleitperson dabei zu sein und nicht nur als Aussenstehender rein zu schauen. Es hat mich sehr beeindruckt, dass für die Ausflügler die Bezugspersonen wichtiger schienen als die Berge oder das Wetter. Es war ein sehr schöner Tag und als wir uns in Schattdorf verabschiedeten, strahlten nicht nur wir sondern auch die Sonne.

Ich habe einen Einblick in eine Welt erhalten, wo andere Regeln gelten. Die Menschen in ihrer eigenen und auch direkten Art, Vertrauen und Geborgenheit suchend, berühren einen. Die Begleitpersonen haben das Herz am rechten Fleck und machen mit ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer Geduld einen richtig guten Job. Vielen Dank an die beiden Leiterinnen Judith und Sarah, dass ich diese Erfahrung machen durfte.